"Voll ungerecht": Wir leben Gerechtigkeit
Thementag zu Fair Trade und Schule gegen Rassismus
Am 30.01. hatten wir einen vielseitigen Thementag zu unseren Profilen als Fair-Trade-Schule und Schule ohne Rassismus. Die ganze Schulgemeinschaft war engagiert, lebendig, nachdenklich, fröhlich im gemeinsamen Tun. In der Aula stimmten wir uns auf das Gesamtthema ein: „Voll ungerecht: Wir leben Gerechtigkeit“ – mit Akzenten wie dem Song „tausend Farben“, einem Clip zur Zivilcourage, gespielten Kurszenen zur Diskriminierung, dem Film „Afro“ und Rhythmen zu „Mensch bleibt Mensch“.
Gefreut haben uns auch Grußworte des Paten unserer Courageschule, des Fußballbundesligisten 1. FC Heidenheim, u.a. von Kapitän Patrick Mainka, der uns an den Wert der Fairness im Leben und auf dem Spielfeld erinnerte.
Wir Lehrkräfte boten vormittags je 7 Workshops an. In jedem Workshop waren Studierende aller Klassen dabei, so dass es zu schönen klassenübergreifenden Begegnungen kam. Jede Studierende / jeder Studierende wählte 2 Workshops aus. Die Themen waren:
- „Das war doch gar nicht so gemeint!“ (Alltagsrassismus und Sprache),
- „Zirkus is nich“ (über Habitutssensibilität),
- *Wir sind bunt!* (über Vielfalt),
- „Spring über deinen Schatten!“ (zur Zivilcourage),
- „Snacks aus fair gehandelten Produkten Fairtrade und Nachhaltigkeit“ sowie
- „Tatort Fairer Handel (ein Krimidinner)“.
Ein sehr kreativer, gemeinschaftsfördernder und gewinnbringender Tag, der zur Wiederholung animierte. Die Resonanzen jedenfalls waren überaus positiv. Wir konnten uns als ganze Schulgemeinschaft erleben und spüren, wie im gemeinsamen Tun Beziehungsreiches entsteht und wirkt – dies im Licht der Jahreslosung „Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!“
Am Neuen können wir Viele in vielen kleinen Schritten mitwirken. Es sind Schritte der Gerechtigkeit und Fairness, die für alle Platz schaffen. Übrigens heißt „fair“ ursprünglich nicht nur „anständig, ehrlich, gerecht“, sondern auch „schön, ausgezeichnet“.
Dr. Johannes Schick, Schulleiter
Auszeichnung der Schule
In einer feierlichen Auftaktveranstaltung wurde die Evangelische Fachschule Herbrechtingen im März 2025 ins Netzwerk der Courage-Schulen aufgenommen. Unser friedenspädagogisches Profil mit unserem Einsatz für die Würde jedes Menschen und für ein gerechtes Zusammenleben hat dadurch neue, stärkende Inspirationen bekommen. Der Landesvertreter der Courage-Schulen Baden-Württemberg, Dr. Niels Joeres, überreichte uns die Urkunde der Mitgliedschaft im Netzwerk. Darin steht: „Mit eurer Zustimmung setzt ihr ein Zeichen gegen alle Formen von Diskriminierung und Rassismus für ein gewaltfreies und respektvolles Miteinander, das über eure Schule hinaus in die Stadt Herbrechtingen hineinwirkt. Ihr seid mit eurem Engagement ein Vorbild für andere Schülerinnen und Schüler.“
Besonders gefreut haben uns als Schulgemeinschaft auch die weiteren Gäste. Der Herbrechtinger Bürgermeister Daniel Vogt fand sehr wertschätzende Worte für unser Engagement. Er betonte sein Anliegen, dass Menschen ohne Angst vor Ausgrenzung und in einem Klima der Vielfalt und Solidarität leben können und machte unseren Studierenden viel Mut, diese Werte in ihrem Arbeitsfeld Kita zu leben. Sabine Fürst-Berger, Leiterin des Fachbereichs Schule und Bildung des Landratsamtes Heidenheim, will künftig auch andere Schulen zu unserem Schritt animieren. Unsere Schülersprecher Leonardo Ferlisi-Greco aus dem Oberkurs und Noah Groß aus der PiA-Klasse haben die Courage-Schule sehr überzeugend als echtes Anliegen der Schülerschaft zur Sprache gebracht.
Ins Gefühl und in die Anschaulichkeit kam die Thematik eindrücklich in einer Aktion, die unsere Rhythmik-Lehrerin Christiana Heinrich-Burscheid mit dem Unterkurs erarbeitet hatte. Zu sehen waren diskriminierende Gesten schwarz Gekleideter gegen die farbig Gekleideten, die Kontakt suchten, aber Mauern der Abwehr, Ignoranz, Fingerzeige fanden, bis sich das Bild nach und nach verwandelte, Verbindungen entstanden, ein Kreis sich schloss, alle sich bewusstwurden, Schritt um Schritt auf das Publikum zu: „Du bist ein Mensch“ – untermalt mit rhythmischer Dynamik.
Eine echte Besonderheit ist der Pate unserer Courage-Schule: Der Fußballbundesligist 1. FC Heidenheim. Maskottchen Paule und die Vereinsmitarbeiterin Larissa Laisle wurden begeistert begrüßt. Letztere betonte, wie wichtig dem Verein die Ablehnung jeglicher Form von Gewalt und Diskriminierung sowie die Gleichbehandlung aller Menschen ist und welche Bedeutung diese Werte auch für das Fußballteam haben. Sie zeigte sich sehr erfreut, als FCH Pate unserer Schule sein zu können. Ein Trikot mit den Unterschriften aller FCH-Profis war eine schöne Dreingabe. Auch die Heidenheimer Zeitung hat über diesen inspirierenden Nachmittag berichtet.
Das Event zum Auftakt war sehr ermutigend. Ein Schüler meinte, dass er in seinen 14 Jahren Schule noch nie solch ein bewegendes und stärkendes Erlebnis hatte. Die Idee, Teil des Netzwerks der Courage-Schulen zu werden, wurde angestoßen von einem Kollegen und kam in der SMV mit den Vertrauenslehrerinnen zur Entfaltung. Meine eigene Begeisterung war gleich geweckt und wir haben uns als gesamte Schulgemeinschaft mit großer Mehrheit für das Netzwerk entschieden. In meiner Begrüßung beim Auftaktevent hob ich hervor: „Die Entscheidung ist uns Verantwortung, Courage zusammen zu üben und in der frühkindlichen Pädagogik einzuüben. Ist doch Courage ein Muskel, der Muskel des Herzens. Und ein Muskel braucht Übung. Dann wird er stark.“
Dr. Johannes Schick, Schulleiter

